Tieren beim Sterben helfen – Euthanasie in der Tierarztpraxis

Leidenden Tieren das Sterben zu erleichtern und ihnen damit Schmerz und Qual zu ersparen, ist „Pflicht“ und „letzter Freundschaftsdienst“ zugleich. Doch auch Gradwanderung: Wann dürfen wir Tiere „erlösen“? Und: Müssen wir es sogar? In 30 Jahren Tiermedizin haben sich mir viele Fragen aufgedrängt. Als Tierarzt und Tierbesitzer.

von Henrik Hofmann

Das Thema bewegt, betrifft, schmerzt. Wirft Fragen auf. Spiegelt vielleicht die Angst vor dem eigenen Tod. Und: Sterbehilfe zwingt uns dazu, eine ungeheuerliche Entscheidung zu treffen. „Über Leben und Tod zu entscheiden“, ist für viele Menschen ein Schritt, den sie nicht gehen wollen oder können. Und doch möchte (fast) jeder, der sein Tier liebt, Leiden nicht mit ansehen.

In fast 30  Jahren Tiermedizin habe ich miterlebt, wie Hunde, Katzen und kleine Heimtiere sich mehr und mehr vom Status Tier zum Tisch- und Bettgefährten entwickelt haben. Und sich damit die Bedeutung der Sterbehilfe, der Trauer und auch der Bestattungsformen gewandelt hat. Ich habe auch erlebt, wie sich die Technik der Euthanasie veränderte. Wurden früher lähmende Mittel und Gifte eingesetzt, ist es heute ein wichtiges Thema in der Tiermedizin, das Leben der Tiere human zu beenden.

Mich selber betrifft das Thema nicht nur als Tierarzt sondern auch als Tierbesitzer! Ich habe immer Tiere gehabt und auch heute habe ich Hunde, Pferde, eine Katze. Und auch bei ihnen kommt der Tag, an dem ich entscheiden muss, ob ich sie von Qualen „erlöse“ oder sterben lasse. Und wenn „ja“, dann wann?

Einerseits muss der Tierarzt entscheiden, ob medizinische, ethische und rechtliche Vorraussetzungen dafür erfüllt sind. Wir haben in Deutschland ein „Tiertötungsverbot“. Das Töten eines Wirbeltieres ist in Deutschland nur dann erlaubt, beziehungsweise nicht strafbar, wenn ein sogenannter vernünftiger Grund dafür genannt werden kann (§ 17 Nr. 1 TierSchG). Andererseits muss er auch die Situation des Tierbesitzers im Auge haben. Eine Gratwanderung und Herausforderung.

Sterbehilfe ist mir seit Jahrzehnten ein ständiger Begleiter. Man sollte nun glauben, dass mir die Euthanasie zur Routine geworden ist. Doch das ist sie (leider) nicht…. „Das Einschläfern fällt mir nach all den Jahren nicht leichter“, las ich vor Längerer Zeit von einer Kollegin, „es fällt mir sogar von Jahr zu Jahr schwerer…“ Diesen Satz zu lesen tat mir gut. Und er war der Startschuss für einen lang gehegten Wunsch: Ein Buch über Sterbehilfe bei Tieren zu schreiben!

Es wurde zu einer Sammlung wissenschaftlich belegter Fakten und meiner persönlichen Erfahrungen.

 

Tieren beim Sterben helfen – Euthanasie in der Tierarztpraxis

von Henrik Hofmann

  • Taschenbuch: 96 Seiten
  • Verlag: VetPress.de; Auflage: 1 (2. Mai 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3940254029
  • ISBN-13: 978-3940254023
  • Preis: 12,95 €

Überall im Buchhandel

 

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Inhalt

Tieren beim Sterben helfen 1

Einleitung 7

Alter und Tod, dicht beieinander 10

Was ist eigentlich Sterbehilfe? 14

Kann ich, darf ich, muss ich? 16

Gründe – aus Sicht der Medizin 21

Aus medizinischer Sicht ist der richtige Zeitpunkt gekommen, wenn… 24

Zeit der Entscheidung: Ist „jetzt“ der „richtige“ Moment? 26

Der „richtige Zeitpunkt“ 30

Wie? Die Vorgehensweise 42

Der letzte Weg 48

Trauer 58

Trauerphasen und -dauer

62 Homöopathie und Bach-Blüten 68

Die Formalia 72

Ein „neues“ Tier ist Neubeginn 74

Die Seite des Tierarztes 78

Die Seele … oder „kommen Tiere in den Himmel?“ 85

Noch ein Wort 89

Verwendete Literatur 92

 

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Henrik Hofmann

About Henrik Hofmann

Dr. Henrik Hofmann …. betreibt eine Kleintierpraxis in Butzbach/Hessen. Er ist spezialisiert auf Akupunktur und Schmerztherapie, seine Frau Daniela – ebenfalls Tierärztin – beschäftigt sich intensiv mit Zahnmedizin bei Kleintieren. Dr. Hofmanns spezielle Leidenschaften sind Schreiben und Fotografie. Einerseits auf diesem Blog, daneben aber auch für eine Reihe von Tierhalterzeitschriften und Tageszeitungen. Von ihm erschienene Bücher sind oben unter der Rubrik „Bücher“ beschrieben. www.tierundleben.de