Tiere halten jung

Für Senioren haben Tiere eine besondere Bedeutung. Einerseits sorgen sie für Bewegung und Beschäftigung. Andererseits geben sie ihren Besitzern das Gefühl, gebraucht zu werden. Sie sind „Kontaktbrücken“ zu anderen Menschen, vermitteln Alltagsfreuden und lenken ab von belastenden Ereignissen. 

Vor ein paar Jahren war ich auf einem Bauernhof in der Wetterau. Er wurde von einem Ehepaar im Seniorenalter bewirtschaftet. An diesem Tag eröffneten sie mir, dass sie sich langsam zu alt fühlten, um die ganze Arbeit noch zu schaffen. Es gebe ein Programm, das ihnen einen finanziellen Ausgleich ermögliche, wenn sie die Landwirtschaft aufgäben. Dies sei wahrscheinlich mein letzter Besuch, sie hätten einen Käufer für alle Tiere

"Tiere halten jung"

gefunden. Ein Jahr später wurde ich erneut gerufen. Ich staunte nicht schlecht: „Ich dachte, sie wollten aufhören?“ Die beiden lachten. „Das haben wir auch“, sagte die Frau. „Aber wissen sie, wir haben ein Jahr lang fast nur Ferseh‘ geschaut und uns gestritten. Ohne Tiere und Arbeit macht das Leben keinen Sinn für uns! Wir haben jetzt viel weniger Kühe, aber dafür verstehen wir uns wieder!“ An einem anderen Tag besuchte ich einen Schafhalter. Seine Frau war sehr unzufrieden, dass er noch immer drei Schafe hatte. Er winkte mich heran und flüsterte: „Wenn die drei nicht mehr da sind, dann hab ich doch gar keinen Grund mehr morgens aufzustehen…..“ In einem dritten Besuch traf ich eine alte Dame. Sie hatte wenige Bekannte und konnte das Haus nur noch selten verlassen. „Für mich sind Kirche und meine Katzen die Verbindung zur Welt!“ Das sind sicherlich Extrem-Beispiele. Doch tatsächlich gibt es mittlerweile etliche Untersuchungen und Projekte, Natwest credit card customer services die belegen: Tierbesitzer weisen geringere gesundheitliche Risikofaktoren auf und erkranken seltener an Herz-Kreislauf-Leiden. Sie sind insgesamt zufriedener und fühlen sich auch seltener krank. „Tiere binden den alten Menschen ans Leben“, wie ein Bonner Professor sagt.

Wie wichtig Tiere gerade bei allein lebenden Senioren sind, erlebe ich Tag für Tag in meiner Praxis und vor allem bei Hausbesuchen. Sie dienen als Lebenspartner und treuer Freund. Mittlerweile haben dies auch immer mehr Seniorenheime entdeckt und setzen das in unterschiedlichen

Tiere als Lebenspartner und treue Freunde

Formen um. In manchen Einrichtungen dürfen die Haustiere von zu Hause mitgebracht werden. Manchmal gibt es Vögel oder Katzen im Gemeinschaftsraum, gelegentlich bringen Mitarbeiterinnen ihre eigenen Hunde mit. Oder es wird ein Besuchsdienst in Anspruch genommen. Leben die Senioren noch in ihren eigenen vier Wänden, gibt es auch hier Möglichkeiten, wenn man sich zu alt fühlt, um noch ein eigenes Tier zu haben. Beispiele sind „Pflegestellen“, die das Tierheim anbietet. Oder Absprachen mit Kindern oder Bekannten, die das Tier übernehmen, sobald man als Senior sich der Situation nicht mehr gewachsen fühlt.

Eine schöne, gesunde Zeit mit unseren besten Freunden wünscht

Henrik Hofmann / Seniorenzeitung Butzbach

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Henrik Hofmann

About Henrik Hofmann

Dr. Henrik Hofmann …. betreibt eine Kleintierpraxis in Butzbach/Hessen. Er ist spezialisiert auf Akupunktur und Schmerztherapie, seine Frau Daniela – ebenfalls Tierärztin – beschäftigt sich intensiv mit Zahnmedizin bei Kleintieren. Dr. Hofmanns spezielle Leidenschaften sind Schreiben und Fotografie. Einerseits auf diesem Blog, daneben aber auch für eine Reihe von Tierhalterzeitschriften und Tageszeitungen. Von ihm erschienene Bücher sind oben unter der Rubrik „Bücher“ beschrieben. www.tierundleben.de