Leben-1.0 – fast wie TV


Sei Teil deines Dokumentarfilms!

So ein Dorffest war früher für mich das reine Grauen. Heute liebe ich es – für den vielseitigen Tratsch, für die Gelegenheit, mit Kunden mal ohne Spritze in der Hand einen zu trinken. Bei Durchsicht meiner Handyfotos merke ich: Ich lebe wohl in einem Dokumentarfilm.

Ich bin ein echter Doku-Freak, ich liebe Filme über den „ganz normalen“ Alltag. Den Alltag von Hirten, Bauern,

Ketchup oder Majo?

Käsern, Handwerkern. Tierärzte seh ich nicht so gerne, da bin ich wohl zu nah dran. Mich interessiert das Leben von Soldaten in Afghanistan (totlangweilig!). Von Opiumfarmern oder Mohnbauern in Bayern. Kennt ihr den (die) über ein Country-Fest in den Südstaaten der USA? Mit Cajun-Musik, Baseball-Caps und eimerweise Bier? Die Rednecks erzählen, was sich verändert hat, diskutieren große wie kleine Politik, lachen über Verrücktheiten ihrer Nachbarn. Sie führen ein weltfernes Leben ohne Facebook und sind dabei irgendwie total zufrieden.

Ein Fan hat getanzt!

Jedenfalls waren wir neulich im Nachbarort beim Country-Fest. Ein Bekannter von uns hatte es veranstaltet, Rinderzüchter ist er. Überall klebten kleine Plakate mit einem Bild seines Bullen drauf und den Koordinaten der Fete. Morgens dachte ich noch, der hat aber heute mit dem Wetter Glück – eine halbe Stunde vor Beginn goss es dann wie aus Eimern. Wir zogen Gummistiefel an und starteten. Schon ihm zuliebe mussten wir hin. Sogar in unseren Kindern überwog Solidarität gegenüber dem Chatten am heimischen PC. Wahrscheinlich würden wir die einzigen sein. Tatsächlich waren dann auch nicht so viele da. Ich kaufte ein paar Bier und wir stürzten uns ins Getümmel. Während die Country-Band unverdrossen spielte, philosophierten die einen über zu erwartende

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Der Regen schafft Gemütlichkeit

Heupreise in astronomischer Höhe, andere erzählten vom Urlaub, wo sie einen Hund gerettet hatten. Einer hat 600 alte R4 in Frankreich entdeckt – ach, und Schäfer Grau haben sie Schafe geklaut. Als er mich einem Schreiner vorstellte, kniff der die Augen zusammen. „Ach, sie sinn der biiiiese Kerrl! Neulich hat mich einer angesprochen, der Tierarzt wär so an biiiese Kerrl!“ Während Grau etwas echauffiert tat, musste ich lachen. Das konnte nur einer erzählt haben. Der hatte seine Kaninchen unter Hühnern gehalten, sozusagen im Flatdeck bei absoluter Dunkelheit und Scheiße-Berieselung von oben. Und er gab mir die Schuld, dass das beim Amt nicht so gut ankam …. Mit den Stunden trudelten immer mehr Leute ein und es wurde so richtig gemütlich im Zelt. Würstchen, Pommes, Salat und „Hacki“. Ich fotografierte meine tanzende Tochter und knipste ein bisschen in der Gegend herum. Wir lachten und tranken.

Eine Pointe hat die Geschichte nicht … es war einfach eine coole Redneck-Party – und ich war Teil von dieser Doku! Ganz ohne Facebook, Fernsehen und Auswandern. Welt-1.0 zum Anfassen.

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Henrik Hofmann

About Henrik Hofmann

Dr. Henrik Hofmann …. betreibt eine Kleintierpraxis in Butzbach/Hessen. Er ist spezialisiert auf Akupunktur und Schmerztherapie, seine Frau Daniela – ebenfalls Tierärztin – beschäftigt sich intensiv mit Zahnmedizin bei Kleintieren. Dr. Hofmanns spezielle Leidenschaften sind Schreiben und Fotografie. Einerseits auf diesem Blog, daneben aber auch für eine Reihe von Tierhalterzeitschriften und Tageszeitungen. Von ihm erschienene Bücher sind oben unter der Rubrik „Bücher“ beschrieben. www.tierundleben.de