Schmerz – „den wünscht man keinem Hund“

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Mit dem Alter kommen auch bei Tieren eine Vielzahl von Erkrankungen. Das können ähnlich wie bei uns Menschen Tumore, Zahnprobleme oder auch Knochen- und Gelenkserkrankungen sein. Folge ist häufig chronischer Schmerz. Heute weiß man: Wie wir uns ein schmerzfreies Leben wünschen, so sollte auch unseren Tieren Schmerz genommen werden.

Neben Zahnerkrankungen entstehen am häufigsten Schmerzen bei Hunden, Katzen und Heimtieren durch chronische Gelenkserkrankungen. „Er kommt so schlecht auf die Beine“, fällt Tierbesitzern auf. „Und am Spazierengehen hat er auch keine rechte Freude mehr …. das muss bestimmt das Alter sein.“ Es ist das Alter, keine Frage. Doch das ist noch lange kein Grund, nichts zu tun. Nach dem Motto „der schreit nicht, so weh kanns also nicht tun!“ Tiere äußern nur akuten, unmittelbaren „spitzen“ Schmerz durch Schreie oder Winseln. Das kann etwa sein, wenn sie in Scherben treten oder angefahren werden. Chronischer Schmerz tritt schleichend und leise auf. Nicht umsonst heisst es „Tiere leiden stumm“. Meist fällt auf, dass unsere Vierbeiner ruhiger werden, sich zurückziehen, nicht mehr wie gewohnt auf den Tisch klettern oder einfach länger brauchen, um aufzustehen. Andere wiederum fressen mehr oder weniger, je nach dem, welcher „Schmerztyp“ sie sind. Ursache chronischer Schmerzen sind häufig Arthrosen. In ihrem Verlauf wird im Gelenk Knorpelgewebe immer mehr zerstört und zunehmend knöchernes Material zugebildet. Das ist dann auf Röntgenbildern recht gut zu sehen. Knorpelschädigung und veränderte Biomechanik des betroffenen Gelenks verursachen über eine Entzündung des Gelenks Schmerzen. Zu den bekanntesten Defekten beim Hund zählen die Gonarthrose (Kniegelenksarthrose), die Coxarthrose (Hüftgelenksarthrose) und die Spondylarthrose / Spondylose (Arthrose an den kleinen Gelenken der Wirbelsäule).
Und was kann man dagegen tun?
Wenn Ihr Tier nach der Ruhe in seinen Bewegungen eingeschränkt ist, er „klamm“ läuft, wenn er bei Anstrengung im Spiel oder bei längeren Spaziergängen anfängt zu „humpeln“ oder aber immer ein Bein entlastet, dann sollten Sie nicht abwarten, ob Ihr Tier sich vielleicht nur etwas „gezerrt“ oder „geprellt“ hat, sondern zum Tierarzt gehen. Das gilt übrigens nicht nur für Hunde. Erschreckend oft können auch bei Katzen und Heimtieren Knochenveränderungen diagnostiziert werden. Unerlässlich für eine eindeutige Diagnosestellung ist die Anfertigung von Röntgenaufnahmen des betroffenen Gelenks.
Knöcherne Veränderungen lassen sich so meist sehr einfach nachweisen. Ohne sorgfältige Diagnostik kann eine Behandlung über längere Zeit „ins Blaue“ Folgeschäden haben!
Die Behandlungen haben in der Tiermedizin inzwischen einen Standard wie in der Humanmedizin erreicht. Für welche Therapie man sich entscheidet hat mit Art und Umfang der Erkrankung sowie dem Alter des Tieres zu tun. Manchmal können Operationen notwendig sein, manchmal reichen „einfache“ Schmerztherapien. Gute Erfahrungen gerade in „austherapierten Fällen“ haben wir mit der Kombination verschiedener Verfahren. Das bedeutet, dass wir „ganzheitlich“ Akupunktur, Homöopathie, herkömmliche Schmerzmittel und andere Verfahren – wie Goldimplantation – miteinander kombinieren. Menschen, die selbst einmal an chronischen Schmerzen gelitten haben wissen eines: „Das wünscht man keinem Hund!“

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Henrik Hofmann

About Henrik Hofmann

Dr. Henrik Hofmann …. betreibt eine Kleintierpraxis in Butzbach/Hessen. Er ist spezialisiert auf Akupunktur und Schmerztherapie, seine Frau Daniela – ebenfalls Tierärztin – beschäftigt sich intensiv mit Zahnmedizin bei Kleintieren. Dr. Hofmanns spezielle Leidenschaften sind Schreiben und Fotografie. Einerseits auf diesem Blog, daneben aber auch für eine Reihe von Tierhalterzeitschriften und Tageszeitungen. Von ihm erschienene Bücher sind oben unter der Rubrik „Bücher“ beschrieben. www.tierundleben.de