Krebsvorsorge in der Tiermedizin?

In den Medien wird sehr kritisch über Krebs-Vorsorgeuntersuchungen diskutiert. Doch das Thema bewegt nicht allein Menschen für sich Natwest bank currency selbst, sondern auch für ihre Tiere. Risiken können körperlicher wie psychischer Natur sein. Und der Nutzen ist gerade in der Tiermedizin fraglich.

von Dr. Henrik Hofmann / VETimpulse

Bei einer Vielzahl von Tumoren ist die Früherkennung extrem wichtig – für die Auswahl der Therapieform wie für die Prognose. Wünschenswert sind dementsprechend Tests, die frühzeitig vor dem Auftreten klinischer Symptome und wenig invasiv zu einer Verbesserung des Therapieerfolges führen. »Tierbesitzer kommen häufig mit hohen Erwartungen in die Praxis«, so Dr. Daniela Simon von der TiHo Hannover. Sie sieht diese Ansprüche und Erwartungen für die Tiermedizin nach bisherigem Wissensstand als »schwierig zu erfüllen«.

Derzeit erprobe man die Anwendung von Tests aus der Humanmedizin beim Hund – mit wenig Erfolg. Der Veterinary Bladder Tumor Antigen Test wurde speziell für die Tiermedizin als Screening-Test für canine Blasentumore evaluiert. Einer amerikanischen Studie zufolge trifft ein positives Ergebnis bei 85 Prozent der Hunde zu, es gebe jedoch einen großen Anteil falsch positiver Ergebnisse etwa bei Hämaturie, Proteinurie oder Harnwegsinfekten.

Falsche Sicherheit oder Überbehandlung

Simon warnt vor falschen Hoffnungen und auch negativen Folgen von Screening-Tests. Demnach könnten sowohl falsch-positive als auch falsch-negative Ergebnisse fatale Folgen haben. Ein falsch-negatives Ergebnis könne ein falsches Sicherheitsgefühl hervorrufen und so weitergehende Diagnostik und Therapie verzögern. Ein falsch-positives Ergebnis kann negative psychologische Folgen hervorrufen oder gar zur Therapie einer nicht vorhandenen Erkrankung und zu hohen Folgekosten führen, »bis festgestellt wird, dass doch nichts ist«.

Als Zukunftsperspektiven nannte Simon molekulare Parameter, man werde spezifische mRNA-Transkriptionsmuster, Metabolitmuster und Proteinexpressionsmuster identifizieren. Insgesamt erwartet sie, dass »eine Mehrzahl verschiedener Biomarker« nötig seien, um zur Diagnose einer Tumorentität beitragen zu können.

weitere Infos zu Tumordiagnostik und -Behandlung unter:

http://www.tierundleben.de/Tierarztpraxis_Dr._Hofmann/Tumorerkrankungen.html


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Henrik Hofmann

About Henrik Hofmann

Dr. Henrik Hofmann …. betreibt eine Kleintierpraxis in Butzbach/Hessen. Er ist spezialisiert auf Akupunktur und Schmerztherapie, seine Frau Daniela – ebenfalls Tierärztin – beschäftigt sich intensiv mit Zahnmedizin bei Kleintieren. Dr. Hofmanns spezielle Leidenschaften sind Schreiben und Fotografie. Einerseits auf diesem Blog, daneben aber auch für eine Reihe von Tierhalterzeitschriften und Tageszeitungen. Von ihm erschienene Bücher sind oben unter der Rubrik „Bücher“ beschrieben. www.tierundleben.de