»Eins will ich doch jetzt mal klarstellen«, sagt Rainer, während er die Därme vorsichtig vom Nicker losreißt. »Der Begriff »hasenrein« hat in Wirklichkeit nix mit Hasen zu tun. Richtig heißt es eigentlich »hakenrein«.« Der gelernte Metzger betont jeden Buchstaben, damit mir der Witz des Wortspiels nicht entgeht. »Damit wollte man früher sagen, dass das Schwein so weit gereinigt und fertig gemacht ist, dass man es an den Haken hängen konnte.« Er hat jetzt den Magen umgestülpt und reinigt den Drüsenbereich. »Na, ich hab aber mal gelernt«, wende ich vorsichtig ein, »dass es da um Hunde geht, die vollkommen für die Hasen- und auch Hühnerjagd abgerichtet sind.«
Rainer beginnt den Saumagen zu entleeren und von innen und außen zu reinigen.
»Nee, nee. Da gibt’s sogar ein schönes Sprichwort: Ist das Schwein dann hakenrein, schenkt der Bauer einen Schnaps mir ein.«
»Ach jetzt hab ichs«, gebe ich zurück, »du willst mir einen Hasen aufbinden!«
Rainer lacht mich an. »Aber einen sauberen …!«
Den Begriff »hakenrein« und damit eine Herkunft aus der Metzgersprache gibt es strenggenommen nicht. Im Mittelalter hat man jedoch den Ursprung der Wörter oft großzügig ausgelegt, Fehlinterpretationen sind bis heute erhalten.








