Herbstgrasmilben zu diagnostizieren war bis vor wenigen Jahren noch etwas Exotisches. Heute befallen sie Haustiere und Kinder und sind zu einer wahren Plage geworden.
Unsere Region in Mittelhessen ist von Neotrombicula autumnalis, der Herbstgrasmilbe, geradezu verseucht. Das ist nicht überall in Deutschland so. Manche »Nordlichter« haben von diesen Parasiten noch nie etwas gehört. Vor allem in städtischen Gebieten treten sie in Gärten und Wiesen auf. Zur Zeit ist der Befall mit Herbstgrasmilben “täglich Brot” in unserer Sprechstunde in Butzbach. Bei Hund und Katze finden sich die Milbenlarven vor allem zwischen den Zehen sowie im Ohr- und Nasenbereich. Da Herbstgrasmilben in großen Gruppen auf den Wirt warten, sieht man sie
bei frischem Befall oft als orangefarbene Kruste an der Oberfläche einer kleinen Hautveränderung.
Je nach Entwicklungsstadium leben sie im Boden und ernähren sich von kleinsten Insekten und Insekteneiern. Es sind die Larven, die für Juckreiz-Symptome bei Mensch und Tier sorgen. Sie ritzen mit ihren Mundwerkzeugen die obersten Hautschichten an und lösen mit einem Speichelsekret die darunter liegenden Hautschichten auf. Der entstehende Brei aus Sekret und Zellflüssigkeit dient ihnen als Nahrung .
Der Mensch ist Fehlwirt
Als Wirte kommen Mäuse, Kaninchen, Maulwürfe, Vögel, Hunde, Katzen aber eben auch der Mensch in frage. Weiter entwickeln können sich die Milben allerdings nicht auf jedem Säuger. Der Mensch ist Fehlwirt, hier sterben die Tiere nach einer Mahlzeit. Besonders »beliebt« unter den Milben scheinen im
Gras spielende Kleinkinder zu sein. Zu finden sind die Parasiten dort aber nur selten, weil sie Menschen meist nur einzeln befallen und der Juckreiz auch dann bestehen bleibt, wenn Herbstgrasmilben nach kurzer Saugezeit bereits abgefallen sind. Beim Tier saugen die Milben dagegen einige Tage, bevor sie den Wirt verlassen und sich im Boden zur Nymphe entwickeln.
Bewährt haben sich zur Behandlung Antiparasitika, Öle und Salben vom Tierarzt zur lokalen Anwendung. Reduziert wird der Juckreiz häufig schon dann, wenn die »Nester« rein mechanisch entfernt werden. Das geht am einfachsten mit dem Fingernagel! Trotzdem erscheint die Behandlung oft erfolglos, denn es kommt immer wieder zu Neubefall. Sehr starker oder diffuser Befall kann die symptomatische Behandlung mit Antiallerigka erforderlich machen. So mancher Hund verdirbt seiner Familie die Nachtruhe mit ständigem Kratzen, Schütteln und Jucken.
Aber keine Sorge: Beim ersten Nachtfrost ist der Spuk vorbei…
Beim Menschen übrigens …. gilt als Auslöser des enormen Juckreizes das Speichelsekret! Er wird durch schabende Kleidung und Bettwärme noch verstärkt. Antiparasitika helfen beim Menschen nicht, weil die Tiere nur wenige Stunden saugen. Kortikoide können den Juckreiz lindern und so das Aufkratzen der Stiche verhindern. gut ist, den Rasen häufig zu mähen, Schuhe und Hosen mit abschreckenden Stoffen (Repellentien) einsprühen, Strümpen und Schuhen nach dem Aufenthalt auf befallenen Flächen wechseln und bald Duschen. Sollten trotzdem noch Stiche auftauchen: Frühzeitig mit Alkohol (z.B. Spiritus) abtupfen, juckreizstillendes Gel wie Soventol oder Fenistil auftragen.
Dr. Henrik Hofmann, Fachtierarzt in Butzbach, www.tierundleben.de
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hier ein guter Link für Menschen:
http://www.gesundheitxxl.com/allgemein/das-grosse-jucken-kommt-auf-acht-beinen-die-grasmilben-herbstgrasmilben-erntemilben-sind-unterwegs/comment-page-1/#comment-1006








Mein Kater hat immer sehr stark mit Grasmilben zu kämpfen.Nach diesem Herbst lies es nach,aber es erscheinen nur am Kopf ständig neue dunkle Hautentzündungen.Kann diese Milbe die Ursache auch jetzt noch sein ?? Diese dunklen hautpartikel lassen sich leicht entfernen,darunter ist die Haut entzündet aber nicht offen.Ist eine Stelle abgestorben,tritt an anderer Stelle dieses dunkle Absterben der oberen Haut wieder auf.
Bisherige Behandlung meinerseits mit:Phantenolcreme,Kamillienwasser,Pretnestsiloncreme
Was kann ich tun? Vielen Dank für Ihren Rat I.Schlauch