“Kunden zu verlieren ist schon schlimm“, sage ich zu meiner Kollegin Annegret. „Hat man etwas verbockt ist es klar. Aber manchmal hat man sich besonders Mühe gegeben um den Hund oder die Katze. Aber die Leute kommen trotzdem nicht mehr.“ Annegret nickt. „Das kenn ich auch von meinen Kühen. Liegts am Fachlichen, ist das zumindest einzusehen. Aber daran liegts ja in den seltensten Fällen. Mancher Bauer mag Frauen nicht so gern, ein andrer hasst es, wenn der Tierarzt hektisch ist und seine Kühe verrückt macht.“ Es sind oft die ganz persönlichen Dinge, die entscheiden. „Ich sag den Bauern inzwischen, dann geht’s halt zum andern Tierarzt. Das kommt bei Tierhaltern sogar gut an. Meine Kollegen können aber oft gar nicht verstehen, warum ich das so gelassen ertrag. Mich hat das früher auch gequält. Aber halten kannst du sie eh nicht.“ Da hat die Annegret schon Recht. Man kanns nicht allen recht machen. Man ist nicht authentisch, verschleißt, wird mittelmäßig und schließlich unglücklich. Der Pfarrer meines Vertrauens hat dazu auch noch was auf Lager: „Bevor ich mich ärger, isses mir lieber egal.“ Vielleicht liegt er da garnicht so falsch …
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und hat dir dein Pfarrer auch verraten wie er das hinbekommt?
Kennst du das Problem?
Gelassenheit ist wohl der Schlüssel – es nicht persönlich nehemn, nicht an sich herankommen lassen. Der griechische Philosoph Epiktet hat gesagt: “Nicht die Dinge an sich, sondern unsere Sichtweise auf die Dinge ist das, was uns beunruhigt”. Was uns ärgert ist das, was wir im Kopf aus diesem Ärger uns zurechtbasteln. Wenn uns jemand respektlos behandelt, dann ist es nicht die Tatsache an sich, die unsere Gefühle beeinflussen. Daran kann man arbeiten – indem man eben solche Sprüche parat hat. Oder, was meinst du?
Das ist ein toller Text, Henrik!