Dumme Hunde gibt es nicht

Schnell verliebt man sich in eine bestimmte Hunderasse. Gibt es Probleme, liegts meist am Tier. Doch das Schimpfwort „du dummer Hund“ gilt nur für Menschen!

„So was wie dämliche Rassen gibt es nicht“, sagt eine australische Verhaltensexpertin. „Zu Problemen kommt es meist, wenn Tier und Mensch nicht zusammenpassen.“ Hunde seien für verschiedene Zwecke gezüchtet worden. Verallgemeinere man, indem man bestimmte Rassen herabwürdige, mache man es sich zu einfach. „Viele Leute sprechen von dummen Rassen“, sagt Tierärztin Dr. Kersti Seksel. „In der Regel sagt das nur, dass man sich den falschen Hund angeschafft hat und er deshalb die Erwartungen seiner Besitzer nicht erfüllt.“ Als Beispiele nennt sie Border Collies aus Arbeitslinien. Sie sind gezüchtet, um Schafherden zusammenzutreiben. „Tun sie das mit den Kindern im Hof, ist das meist unerwünscht …“ Sie macht auch diese Fehleinschätzungen dafür verantwortlich, dass Tausende Hunde in Tierheimen landen. Auch Intelligenz sei schwer zu beurteilen – sowohl bei Menschen als auch bei Hunden. Die einen hielten es für Intelligenz, wenn ihr Hund schnell lerne. Ebenso könne man das als das verlangen ansehen, seinem Besitzer zu gefallen – und das wolle nun auch wieder nicht jeder … Natürlich gelten manche rassen als „schlauer“, weil sie besser gehorchen und Befehle leichter akzeptieren. „Vielleicht findet man heraus, dass der Hund zwar nicht so gerne auf bestimmte Stichwörter reagiert – dafür hätten sie aber andere Talente. Beispielsweise seien Collies hervorragende „Problemlöser“ – Huskies hingegen seien eher unabhängig, was den einen Besitzern entgegen komme – und anderen eben nicht.

Bei der Entscheidung für eine bestimmte Rasse, sollten demnach vor allem Überlegungen im Vordergrund stehen, welche Charaktereigenschaften zum eigenen Wesen und Lebensstil passen, als die Optik. Entscheidend sind natürlich auch körperliche Vorraussetzungen. Ein 50 Kilo schwerer Hund ist für eine 50 Kilo schwere Frau eventuell schlechter geeignet, als ein kleinerer Hund; ein kurznasiger Mops empfiehlt sich weniger für aktive sportliche Familien als für „Stubenhocker“. Ein kaukasischer Hirtenhund kann in der Familie eher zu Problemen führen als ein Golden Retriever. Und als „Ersthund“ kann eine Hündin durchaus einfacher sein, Natwest one mortgage als ein Rüde. Wohin starkes Wesen und Unabhängigkeit führen, sehen wir gelegentlich beim Westhighland-Terrier: Er ist das, was wir als „intelligent“ bezeichnen. Die Auswikungen sind die Regel: Er ist in der Familie meist der, der die Regeln aufstellt und Herrchen und Frauchen erzieht. Und nicht umgekehrt.

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Henrik Hofmann

About Henrik Hofmann

Dr. Henrik Hofmann …. betreibt eine Kleintierpraxis in Butzbach/Hessen. Er ist spezialisiert auf Akupunktur und Schmerztherapie, seine Frau Daniela – ebenfalls Tierärztin – beschäftigt sich intensiv mit Zahnmedizin bei Kleintieren. Dr. Hofmanns spezielle Leidenschaften sind Schreiben und Fotografie. Einerseits auf diesem Blog, daneben aber auch für eine Reihe von Tierhalterzeitschriften und Tageszeitungen. Von ihm erschienene Bücher sind oben unter der Rubrik „Bücher“ beschrieben. www.tierundleben.de