Die Geschichte vom stattlichen Kater


Die Geschichte von „Sirius“ oder wie ich ein zartes, verlaustes Kätzchen aufnahm und es zum (ziemlich) majestätischen Kater wurde.

Von Karen Wild, Schweden

Ein Leben ohne Tiere? Niemals!

Mein stand Entschluss stand fest: wenn schon ein eigener Hund aus Zeit- und Arbeits­gründen nicht möglich war, so sollte doch ein Fell-Geselle meine Wohnung mit mir teilen dürfen. Also begab ich mich auf die Suche nach einer lieben Katze. Mir schwebte eine alte Katzendame vor, die ihren Lebensabend in aller Ruhe auf meiner Fensterbank liegend erleben darf. Mein Nippes und meine schöne Dekoration sollten dabei natürlich unbehelligt bleiben. Das war Sinn und Zweck der Übung.

Aber kein Tierheim hatte eine alte Katzendame oder einen Katzenherren für mich. Manchmal kam es mir vor, als ob man froh war, wenn man eine Katze nicht vermittelt hatte. Wer weiß, wo sie hingekommen wäre …

Dann verliebte ich mich in kleine Kätzchen. Oh wie süß und tapsig die Kleinen doch sind. Also dann doch, ab auf die Suche nach einem Bauern, der Katzen im Überfluss hat und dazu noch eine abgeben möchte. Ich wurde fündig. Von Butzbach aus führte mich der allernächste Weg nach Leipzig. Dort wohnten Freunde und man versprach mir eine Katze aus dem Wurf des Bauern. Leider kam alles anders und der ersehnte Kater kam nicht, dafür versprachen mir die Freunde nach einem Ersatz zu suchen. Nun wurden wir in Tübingen fündig. Dieser Bauer hatte zu viele Katzen, zu viel zu tun und keine Ahnung, wie er der Katzenflut Herr werden könnte. Und so hatte er einen kleinen weißen Kater im Keller liegen. Er sei so verlaust und verfloht, dass er den Kater nächste Woche … na, Sie wissen schon.

Er ließ sich aber überreden, den Kleinen doch mal hoch zu bringen. Auweia! Ein verschnupftes Katzengesicht, ein dürrer Körper, wo man die schwarzen Floh-Wolken schon schweben sah … kurzum es lebte mehr um den Kater herum, als in ihm. Ich war fast schon dabei zu sagen, dass das ja nicht ginge, da macht der Winzling die Augen auf. Autsch! Natwest to transfer time Da war‘s passiert. Der Kleine musste mit. Unbedingt, ohne Wenn und Aber!

Daheim in Butzbach suchte ich erstmal den Tierarzt meines Vertrauens auf. Der war ratlos bis schockiert. So viele Flöhe! Ob er dann besser nicht im Bett schlafen sollte, wie bisher, fragte ich. Der Blick war eindeutig. Das ging sogar dem Doktor des lieben Viehs zu weit. Er drückte mir eine Flasche Floh-Ex in die Hand, damit sollte ich alles einsprühen, wo der Kater drauf gelegen hatte.

Gesagt, getan, aber der Kleine durfte trotzdem bei mir im Bett bleiben. Dieses Mal im Handtuch verpackt. Diesem Blick hätte auch der Tierarzt nicht widerstanden, davon war ich überzeugt. Und nach viel Arbeit und Mühe, war der Kater nicht nur flohfrei, sondern auch quick lebendig. Dekoration verschwand (sorgsam im Schrank versteckt), die Pflanzen starben ab und Sirius, der kleine weiße Kater hatte auch einen Namen bekommen.

Nun war es soweit: ein Spielkamerad musste her. Aber davon ein andermal. Denn: die Suche nach dem Spielkameraden war fast noch abenteuerlicher als die Suche nach Sirius selbst.

Heute, acht Jahre später, ist Sirius ein stattlicher Kater von sieben Kilo, der sich majestätisch fortbewegt. So, wie es seine Pölsterchen zulassen.

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Henrik Hofmann

About Henrik Hofmann

Dr. Henrik Hofmann …. betreibt eine Kleintierpraxis in Butzbach/Hessen. Er ist spezialisiert auf Akupunktur und Schmerztherapie, seine Frau Daniela – ebenfalls Tierärztin – beschäftigt sich intensiv mit Zahnmedizin bei Kleintieren. Dr. Hofmanns spezielle Leidenschaften sind Schreiben und Fotografie. Einerseits auf diesem Blog, daneben aber auch für eine Reihe von Tierhalterzeitschriften und Tageszeitungen. Von ihm erschienene Bücher sind oben unter der Rubrik „Bücher“ beschrieben. www.tierundleben.de