Schon als Kind wollte Heiko Färber immer einen Schäferhund haben. Doch die Eltern waren dagegen. Mit Ende dreißig erfüllte er sich endlich seinen Wunsch mit dem achtjährigen Andy. Inzwischen sind „unvermittelbare“ Hunde zum Bestandteil seines Lebens geworden.
Heiko Färber ist ein Tierbesitzer, wie man ihn sich als Tierarzt wünscht: Stets besorgt, vernünftigen Maßnahmen stets aufgeschlossen – und Besitzer alter verstoßener Hunde. „Ich hatte früher ja nie ernsthaft Kontakt zu Hunden, aber immer den Wunsch, einen Schäferhund zu haben. Ehrlich gesagt habe ich es mir auch nicht recht zugetraut, einen Welpen großzuziehen. Weder zeitlich noch vom know-how.“ Mehr
durch Zufall begegnete er Andy, einem achtjährigen Rüden, im Tierheim. „Es war die perfekte Wahl, um ins Thema Hund einzusteigen….“, sagt er heute. Seit dem sind ihm einige alte Schäferhunde im Tierheim begegnet, die er mit nach Hause genommen hat. „Es waren immer solche Hunde, die niemals mehr vermittelt worden wären.“ Wie der 13-jährige Oleg etwa. „Ein unheimlicher Charakterhund“, sagt Färber. „Je älter sie werden, desto reduzierter sind sie. Spielen und Quatsch machen fällt immer mehr weg, was bleibt sind klare Charaktere und gute Kameraden. Sie ruhen sehr in sich selbst.“ Warum die
alten Hunde im Heim landen und auch dort bleiben ist ihm klar. „Die Leute haben Angst, dass Kosten auf sie zukommen, gerade bei Schäferhunden sind Probleme im Alter ja vorprogrammiert. Man kann nicht mehr mit ihnen auf den Hundeplatz, sie sind vom sogenannten Hundesport verschlissen. Oft denken die Leute auch, die alten Tierheimhunde seien gestört oder verwahrlost, was meistens nicht stimmt oder aber nicht die Schuld des Hundes ist. Oft ist auch der Besitzer gestorben …“ Selbst in Tierheimen habe er oft genug beobachten können, dass die Alten und Unvermittelbaren abgeschrieben würden. „Die verursachen ja nur Kosten, denkt sich auch so manche Tierheimleitung.“ Färber selbst scheut weder Kosten noch Mühen, wenn es darum geht, seine Kameraden die letzten Jahre zu erleichtern. „Oleg war noch anderthalb Jahre bei uns – bis es einfach nicht mehr ging. Wir haben ihm noch eine gute Zeit schenken können.“ Ein besonderes Verhältnis entwickelte er zu Trambes. „Meine Frau Conni und ich waren fast fünf Monate jeden dritten Tag im Tierheim, konnten ihn aber in seinem Zwinger nicht anfassen. Er hat sich immer so weit wie möglich vom Menschen entfernt verkrochen. Mit anderen Hunden hat er sich nicht verstanden. Wir haben dann 20 Minuten bei ihm gesessen und mit ihm geredet. Eines Tages ließ Trambes sich anfassen, nach weiteren drei Monaten konnten wir ihn mitnehmen. Heute ist er ein ganz normaler Hund!“
Mittlerweile engagiert sich der bpt-Geschäftsführer auch im Vorstand desTierheims Wetterau. „Und ichhabe eine Bitte an Tierfreunde und Tierärzte: Wirken sie in den Tierheimen darauf hin, dass die „Alten“ verstärkt vermittelt werden! Sie haben viele Vorteile. Es sind gute Anfängerhunde. Sie brauchen weit weniger Zeit als Welpen und junge Hunde.Und sie haben einen guten Lebensabend einfach verdient!“
Erschienen in VETimpulse, 2010







